Mord im Rückhaltebecken am Ludwigsfelder Ring aufgeklärt – Polizei nimmt drei Tatverdächtige fest
Der Mord an einem 34-jährigen Mann, der in der vergangenen Woche auf einer Wiese am Stadtrand von Paderborn tot aufgefunden worden war, konnte nach nur einer Woche aufgeklärt werden. Die Polizei nahm am Montag einen 20-jährigen Mann aus Paderborn und seine Freundin (17), sowie einen 17-jährigen Jugendlichen aus Niedersachsen unter dem dringen Tatverdacht fest, ihren gemeinsamen Bekannten gemeinschaftlich getötet zu haben.

Mordopfer Alexander G.
Bei den Überprüfungen im Umfeld des Opfers waren die Ermittler auf den 20-jährigen, der unweit des Tatortes wohnt, gestoßen, weil dieser seit längerer Zeit über das Internet Kontakt zu dem Ermordeten unterhalten hatte. Bei einer ersten Befragung lenkten der junge Mann und seine Freundin den Tatverdacht zunächst auf einen unbekannten Mann, mit dem sich das Opfer zur Tatzeit habe treffen wollen.
Später wurde diese Aussage dahingehend korrigiert, dass es sich bei dem unbekannten Mann um einen 17-jährigen Jugendlichen aus Niedersachsen handeln sollte, der sich vor der Tat für mehrere Tag in der gemeinsamen Wohnung des Paderborner Pärchens aufgehalten hatte. Beide gaben an, dass Alexander G. am Montagabend in der Wohnung des 20-jährigen zu Besuch war. Nachdem er sich im Laufe des Abends verabschiedet hatte, sei ihm der 17-jährige nachgegangen.
Auf Grund dieser Aussagen erließ das Amtsgericht Paderborn Haftbefehl gegen den Jugendlichen. Er wurde am Montagnachmittag festgenommen und seine Wohnung in Niedersachsen durchsucht. In seiner ersten Vernehmung räumte er seine Tatbeteiligung ein. Der Festgenommene erklärte, die Tat aber nicht allein begangen zu haben. Auch der Paderborner und seine Freundin, die er schon seit längerem kennt, seien unmittelbar beteiligt gewesen.
Inzwischen räumen alle Tatverdächtigen ein, während der Tat im Rückhaltebecken anwesend gewesen zu sein.
Nach größtenteils übereinstimmenden Aussagen haben sich am Abend des 22.06.2009 alle Tatverdächtigen in der Wohnung des Paderborners aufgehalten. Dort sei dann auch Alexander G. gegen 20:00 Uhr erschienen und soll versucht haben, sich den männlichen Personen sexuell zu nähern, was aber vermutlich auf Ablehnung bei den beiden jungen Männern stieß.
Zudem lehnte es die 17-jährige Freundin des Wohnungsinhabers ab, dass der Besucher in der Wohnung übernachtete. Letztlich, so die Einlassungen der drei Beschuldigten,  waren sie durch das Verhalten des 34-jährigen und sein Reden über Tattoos und homosexuelle Themen so sehr “genervtâ€, dass sie sich entschlossen, den Geschädigten an eine dunkle und unbeobachtete Stelle zu locken und ihn dort mit einer Eisenstange des Wohnungsinhabers zu erschlagen.
Gemeinsam verließen alle vier am späten Abend die Wohnung zu einem angeblichen Spaziergang. Im Rückhaltebecken lenkte der 17-jährige Jugendliche den Geschädigten ab, indem er ihm vortäuschte, ihn sexuell befriedigen zu wollen. In diesem Augenblick schlug der 20-jährige Paderborner mit der heimlich mitgeführten Eisenstange mehrfach so kräftig auf den Kopf des Geschädigten ein, dass dieser zu Boden fiel und liegen blieb.
Anschließend schlugen auch dessen Freundin und der Jugendliche aus Niedersachsen dem am Boden liegenden Opfer mit der Eisenstange auf den Kopf. Danach ließen sie das Opfer in dem Bewusstsein, dass es bereits tot sei oder in der Erwartung, dass es versterben werde, am Tatort liegen. Ihre Tatwaffen warfen sie später in der Paderborner Innenstadt in die Pader.
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