Die Ermittlungsgruppe “Elz” suchte mit Kräften der Wasserschutzpolizei in der Elz in Kappel-Grafenhausen nach Spuren von Hermann Hilß (70). Dieser war Ende Oktober von einem besorgten Mitbewohner als vermisst gemeldet worden. Seither fehlt jede Spur von ihm.
Staatsanwaltschaft und Polizei gehen zwischenzeitlich davon aus, dass Hermann Hilß nicht mehr lebt. Seine Ehefrau (54) befindet sich unter anderem wegen Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft.
Verdächtige Ehefrau: Waltraud Gruseck
Die Ehefrau hatte nach einer Vermisstenanzeige Dritter alle Versuche der Polizei, mit ihrem Mann in Kontakt zu kommen, verhindert. Ein über eine Rechtsanwältin, bei der angeblich Herr Hilß und seine Ehefrau erschienen waren, für den 7. Dezember vereinbartes Treffen mit der Polizei ließ die Ehefrau platzen.
Nach und nach ergaben sich immer mehr Ungereimtheiten im Verhalten der Ehefrau. Ende Januar richtete die Polizeidirektion Offenburg deshalb bei der Kriminalpolizei in Lahr eine zehnköpfige Ermittlungsgruppe ein, die seither nicht nur über 250 Spuren verfolgt, sondern auch mehr als 7.600 Datensätze ausgewertet hat.
Dabei stieß man auch auf eine Maskenbildnerin, die im September 2009 von der Ehefrau und einem Fremden Besuch bekommen hatte. Diesen Mann richtete sie auftragsgemäß so her, dass er wie Hermann Hilß aussah.
Nach und nach stieß die Kriminalpolizei auf drei weitere Männer, die von der Ehefrau gefragt worden waren, ob sie sich für Hermann Hilß ausgeben würden. Doch diese hatten allesamt abgelehnt. Mitte März war es den Ermittlungsbehörden gelungen, das Double zu identifizieren. Der Mann gab inzwischen zu, jene Person gewesen zu sein, die bei der Maskenbildnerin war und am selben Vormittag noch als Hermann Hilß bei einem Notar auftrat.
Dort leistete er als Hermann Hilß auch Unterschriften, durch die die Ehefrau sich mit umfänglichen Vollmachten ausstatten ließ. Er gab ferner zu, Anfang Dezember nochmals als “Hermann Hilß” bei einer Rechtsanwältin gewesen zu sein, die dann ein Treffen mit der Polizei arrangieren sollte, das letztlich aber nicht zu Stande kam.
Die Ehefrau wurde daraufhin festgenommen. Das Amtsgericht erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Totschlags durch Unterlassen, Betrug und mittelbarer Falschbeurkundung. Sie befindet sich seither in Untersuchungshaft. Der Mann, der als Double aufgetreten war, befindet sich auf feien Fuß. Gegen ihn wird gesondert ermittelt.
Bei den Ermittlungen stellte sich auch heraus, dass die Frau bei ihren Bekannten ganz offensichtlich verschiedene Namen benutzte. Ferner bediente sie sich regelmäßig verschiedener Personen, von denen sie sich zu unterschiedlichen Orten fahren oder von denen sie unterschiedlichste Aufträge, die mit dem Tatgeschehen oder der Spurenbeseitigung in Zusammenhang stehen können, erledigen ließ.
Bei Durchsuchungen hat die Polizei auch eine verdächtige Mauer eingerissen, ohne dabei aber eine direkte Spur zu Hermann Hilß zu finden. Durch die Ermittlungen bekannt wurde auch, dass die Frau Gegenstände aus dem Besitz des Vermissten, beispielsweise einen alten Koffer, dessen Inhalt Bezüge zu dem Vermissten aufweisen, an Dritte zur Aufbewahrung gab.
Vor diesem Hintergrund ist es für die weiteren Ermittlungen bedeutsam zu erfahren:
- Wer kennt diese Frau (siehe Foto), gegebenenfalls unter welchem Namen? Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden trat sie als Waltraud Gruseck ebenso auf wie als “Kreszentia Labouche” oder “Anna”, möglicherweise unter weiteren Alias-Personalien.
- Wer hat für diese Frau in der Vergangenheit Fahrten unternommen, Besorgungen gemacht oder ihr Baumaterial, Werkzeuge oder Geräte zur Verfügung gestellt?
- Wer wurde von ihr um solche Gefälligkeiten gebeten?
- Wer hat von ihr irgendwelche Sachen zur Aufbewahrung erhalten?
Hinweise bitte an die Kripo Lahr unter Telefon 07821/2770. Zudem ist unter der Rufnummer 0781/216666 ein vertrauliches Telefon geschaltet, bei dem man seine Mitteilung auf Band sprechen kann.
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