Am 10.01.2010 erstatteten ein 22-Jähriger aus dem Bezirk Mödling sowie ein 20-Jähriger aus Wien auf der Polizeiinspektion Brunn am Gebirge die Anzeige, dass sie von den beiden 20-jährigen serbischen Staatsangehörigen Arben B. und Thomas V. erpresst werden würden.
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| Arben B. |
Thomas V. |
Aufgrund des angezeigten Sachverhaltes wurden die weiteren Ermittlungen vom Landeskriminalamt Niederösterreich übernommen.
Der 22-Jährige sagte aus, dass er die beiden Beschuldigten seit seiner Schulzeit kennen würde, aber seit Jahren keinen Kontakt zu ihnen gehabt hätte.
In der Nacht zum 10.01.2010 sollen B. und V. in Begleitung eines weiteren noch unbekannten Mannes in die unversperrte Wohnung des 22-Jährigen in 2331 Vösendorf eingedrungen sein, wo die beiden Opfer bereits geschlafen haben sollen.
Nachdem die beiden geweckt wurden, dürfte sich zwischen den Männer ein freundschaftliches Gespräch entwickelt haben. Wenige Minuten später soll B. gefragt haben, ob der 22-Jährige und der 20-Jährige mit irgendjemand Probleme hätten.
Nachdem dies von den beiden verneint worden sein soll, dürfte B. entgegnet haben, dass er dann wohl dafür sorgen müsse, dass sie Probleme bekommen werden.
Er soll weiters gesagt haben, dass die Beiden keine Angst haben müssten, da er sie mit seinen Leuten beschützen werde, wenn sie ihm pro Monat einen Bargeldbetrag von € 300.- bezahlen würden.
Die beiden Beschuldigten sind weiters verdächtig, nachdem sich die beiden Opfer geweigert haben den geforderten Betrag zu bezahlen, diesen mit Misshandlungen und Gewalttätigkeiten gedroht zu haben.
Die beiden Beschuldigten dürften auch erzählt haben, dass anderen Personen, die sich geweigert haben das Schutzgeld an die beiden Beschuldigten zu bezahlen, Finger abgeschnitten wurden.
Da der 22-Jährige kein Geld in der Wohnung gehabt hat, wird V. beschuldigt ein Playstation-Spiel und eine DVD an sich genommen zu haben.
Den Opfern soll dann mitgeteilt worden sein, dass die erste Rate für die Schutzgeldzahlung am darauffolgenden Samstag von den Leuten von B. abgeholt werden würde und verließen die beiden Beschuldigten in weiterer Folge die Wohnung.
In der folgenden Nacht zum 11.01.2010 wird V. verdächtigt nochmals mit vier unbekannten Personen zur Wohnung des 22-Jährigen gekommen sein. Aufgrund der Tatsache, dass der 22-Jährige aber nicht die Tür geöffnet und die Polizei verständigt hat, flüchteten die Männer.
Durch die Drohungen wurden die beiden Opfer derart verängstigt, dass sie die Wohnung des 22-Jährigen in Folge nie mehr aufsuchten.
In den folgenden Wochen kam es zu keinen weiteren Kontaktaufnahmen seitens von B. und V. mit den beiden Opfern, was eventuell auf den Umstand zurückzuführen ist, dass sich B. wegen einer schweren Körperverletzung seit Monaten in der Justizanstalt Wien-Simmering in Strafhaft befindet und nur selten Haftausgang hatte. B. dürfte die gegenständliche Tat während eines Hafturlaubes begangen zu haben.
Am 30.01.2010 wurden die Beschuldigten von Beamten des LKA NÖ aufgrund einer Anordnung der Staatsanwaltschaft festgenommen und zum Sachverhalt vernommen. Beide gaben an, dass sie sehr wohl zur Tatzeit in der Wohnung des 22-Jährigen gewesen wären, es sich aber nur um einen Freundschaftsbesuch gehandelt habe.
Keineswegs hätten die beiden irgendjemand erpresst oder bedroht. Die mitgenommene DVD und das Playstation-Spiel hätte sich V. nur ausgeborgt.
Die Aussagen der Beschuldigten konnten in der Zwischenzeit durch weitere Zeugenaussagen widerlegt werden.
Am 30.01.2010 wurden B. und V. noch in die Justizanstalten Wien-Simmering und Wiener Neustadt eingeliefert.
Durch die von B. und V. gemachten Angaben gegenüber den beiden Opfern besteht der Verdacht, dass die beiden Beschuldigten noch weitere gleichgelagerte Delikte begangen haben könnten.
Weiters ist bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ein Verfahren gegen beide Beschuldigte wegen einer Vielzahl von Körperverletzungsdelikten (teils auch schwere Tathandlungen) anhängig.
Aufgrund dessen und aufgrund des erhobenen Sachverhaltes wurde von der Staatsanwaltschaft eine Anordnung zur Veröffentlichung der Lichtbilder der beiden Beschuldigten erlassen, um eventuelle weitere Opfer ausforschen zu können.
Hinweise bitte an den Dauerdienst des Landeskriminalamtes für Niederösterreich unter der Telefonnummer +43 (0)59133 30 3333.
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