Heute morgen kam es in den frühen Morgenstunden am Rudolfskai zu einer Messerattacke eines 16-jährigen Lehrlings aus der Stadt Salzburg gegen einen 16-jährigen Jugendlichen, ebenfalls aus der Stadt Salzburg. Um 03.17 Uhr wurde die Polizei in die Klampferergasse gerufen, weil dort vom Roten Kreuz ein 16-jähriger Jugendlicher nach einer Stichverletzung versorgt werden musste.
Zeugen gaben an, dass der Jugendliche im Zuge einer verbalen Auseinandersetzung von einer männlichen Person mit einem Messer angegriffen wurde. Der Täter sei daraufhin geflüchtet. Im Zuge der Sachverhaltsaufnahme konnte schließlich eine Zeugin ausfindig gemacht werden, die den mutmaßlichen Täter kannte.
Nach Ausforschung dessen Wohnadresse im Stadtteil Salzburg-Gnigl wurde nach ihm konkret gefahndet und konnte er auf der Strecke vom Tatort zu seiner Wohnadresse, wohin er zu Fuß unterwegs war, angehalten werden. Er stellte vorerst jeden Tatzusammenhang in Abrede. Auf den Vorhalt, warum seine Hose Blutspuren aufweise, gab er an, dass diese von ihm selber stammen würden, weil er sich übergeben habe müssen.
Er wurde schließlich unter dringendem Tatverdacht festgenommen und wurde auch von Zeugen eindeutig als der mutmaßliche Täter wiedererkannt. Als erste Rechtfertigung gab er in seiner Ausweglosigkeit an, dass ihm das Opfer in das Messer gelaufen sei. Er wurde vorläufig in das Polizeianhaltezentrum zum weiteren Verhör eingeliefert.
Die bisherige Tatrekonstruktion hat auf Grund der Einvernahmen des Opfers, von Zeugen und des Beschuldigten im Laufe des Tages ergeben, dass der mutmaßliche Täter dem Opfer aus Eigeninitiative in die Brust gestochen hat. Das spätere Opfer sei dem mutmaßlichen Täter am Rudolfskai nachgelaufen, als dieser plötzlich ein Messer aus seiner Jacke zückte und sich umdrehte.
Es kam dann zu dem Stich, den kein Zeuge in dem Tumult direkt gesehen hat. Der mutmaßliche Täter ist insofern geständig, als er zugibt, mit dem Opfer im körperlichen “Clinch” gelegen zu sein. Er sei sich zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen, welchen körperlichen Schaden er mit seinem Klappmesser anrichten könnte. Das Opfer wurde im LKH Salzburg ambulant behandelt.
Er wies eine Stichwunde, ca. 10 cm oberhalb des Herzens, mit einer Schnitttiefe von ca. 2 bis 2,5 cm und einer Schnittlänge von 4 cm, auf. Die Wunde musste genäht werden und ist laut medizinischer Aussage nicht lebensbedrohlich, so dass das Opfer wieder entlassen werden konnte. Der mutmaßliche Täter stand bereits einmal in einer Anti-Aggressionstherapie, die er jedoch im letzten Jahr abgebrochen hat. Sein Messer habe er zum Selbstschutz mitgeführt und wurde ihm bereits mehrmals in Lokalen am Rudolfskai ein Messer abgenommen.
Die Tatwaffe konnte bislang nicht sichergestellt werden. Der Beschuldigte gibt an, diese auf der Flucht noch am Rudolfskai weggeworfen zu haben. Es soll sich um ein Klappmesser mit braunem Griff mit einer Klingenlänge von 8 bis 10 cm gehandelt haben. Der mutmaßliche Täter wurde mittlerweile in die Justizanstalt des Landesgerichtes Salzburg eingeliefert.
Die Anzeige lautet angesichts der Tatwaffe und der sensiblen Verletzung im Brustbereich auf versuchten Mord, wobei die Unschuldsvermutung gilt.
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